1941–1945

Rakovac im Zweiten Weltkrieg

Die Gedenkstätte Kamenolom: das Mosaik mit Titos Porträt über dem Stolleneingang und die Wand mit den Namenstafeln der Gefallenen
Foto: Konstantin Stein, © all rights reserved

Besatzung

Ab April 1941 stand ganz Srem (Syrmien), Rakovac eingeschlossen, unter der Herrschaft des Unabhängigen Staates Kroatien (NDH). Im September 1941 leisteten Einwohner von Rakovac und Arbeiter des Steinbruchs, organisiert in zwei kleinen Kampfgruppen, den Partisaneneid an dem Ort, den heute die Gedenkstätte Kamenolom markiert.

Der Steinbruch als Arsenal

Der Steinbruch oberhalb von Rakovac wurde zu einer Nachschubquelle für die Partisanen der Fruška Gora:

  • 13. Mai 1942: Eine Partisanenkompanie legte die Arbeit im Steinbruch still und erbeutete 8 Gewehre und 550 Schuss Munition.
  • 4. Juni 1942: Sie erbeuteten 225 kg Dynamit, Tausende Sprengkapseln und eine elektrische Zündmaschine.
  • 10. Juli 1942: Sie sprengten eine Brücke an der Straße Rakovac–Beočin und einen Strommast, der den Steinbruch und das Zementwerk Beočin versorgte.

Die Augustoffensive 1942

Ende August 1942 umzingelten deutsche, kroatische und ungarische Truppen, je nach Darstellung etwa 17.000–18.000 Mann, die Fruška Gora. Rund 410 Partisanen befanden sich innerhalb des Rings. Beim Ausbruch wurde der Stab der Abteilungen von Srem bei Stručica in Rakovac gestellt. Kommandeur Đorđe Marković Đilas, Kommissar Stanko Paunović Veljko und der Kurier Zencel Hunjadi, genannt „Franja“, wurden dort getötet. Die Gedenkstätte Stručica markiert die Stelle. Rakovac gedenkt der Offensive jedes Jahr am 25. August.

1943

1943 wurde im Kloster Rakovac eine Partisanendruckerei entdeckt. Das Kloster wurde geplündert, seine Kirche und sein Glockenturm wurden gesprengt. Das alte Dorf wurde niedergebrannt, und viele seiner Bewohner wurden getötet. Insgesamt kamen während der Besatzung 91 Zivilisten aus Rakovac ums Leben.

Nach dem Krieg wurde das alte Dorf nicht wieder aufgebaut. Weiter unten im Tal wuchs eine neue Siedlung, Novi Rakovac.

Quellen und offene Fragen

Daten und Zahlen stammen aus der veröffentlichten Chronik des Befreiungskriegs (1963), der serbischen Wikipedia und den Inschriften auf den Gedenkstätten. Die Gedenktafeln und die Chronik datieren die Todesfälle bei Stručica unterschiedlich (27./28. August oder 31. August 1942). Auch der Vorname des Kuriers kommt in zwei Formen vor, Zencel und Vencel.
Redaktionsnotiz: Lokaljournalismus: Interviews mit den ältesten Einwohnern über 1943 und den Wiederaufbau aufzeichnen. Das Archiv der Vojvodina verwahrt die Unterlagen des Steinbruchs Rakovac von 1929–1955 (Bestand F.128), öffentlich zugänglich.

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Spomen-obeležje Kamenolom

Gedenkstätte Kamenolom

Die Gedenkstätte beim Kloster, wo Dorfbewohner und Steinbrucharbeiter 1941 den Partisaneneid leisteten, mit den Namen der Gefallenen und der zivilen Opfer.